bis man blitzartig und gewandt man sich über die Reling hängt und „reihert“ sprich kotzt was das Zeug hält. Zuerst kotzt man weil einen die Seekrankheit erwischt hat, dann weil das Erbrochene im Mund einen bedenklich an das Frühstück von gestern erinnert, dann weil die nächste Welle sanft den Mageninhalt in elegantem Schwung zu tage befördert, dann.... (Setzen Sie selbst fort bis Ihnen schon beim lsesn dieser Zeilen schlecht wird.)
Nun ist guter Rat teuer. Was kann man dagegen tun vor allem was kann man präventiv (= vorsorglich) tun um das Auftreten zu verhindern. Natürlich hat die Wissenschaft sich schon sehr lange damit beschäftigt. Insbesondere mit dem Aufkommen der Weltraumfahrt wurde dieses Thema immer interessanter und v.a. in Russland wurde heftig dazu geforscht. Leider ist der aktuelle Stand des Wissens noch immer nicht befriedigend, aber ein paar Ansätze gibt es: Ich zitiere hierbei einen Artikel welcher in der „Die Zeit“ am 4.12.2008 erschienen ist. Dieser Artikel wurde um eigene Recherchen ergänzt und fusst nicht zuletzt auf eigenen Erfahrungen als Segler und Taucher.
Seekrankheit-Entstehung fördernd:
- Histaminreiche Nahrung meiden: z.B. Hartkäse, Salami, Schokolade, Tomaten, Erdbeeren, Shrimps (Schalentiere)
- Alkohol (z.B. noch vom Vorabend, wahrscheinlich also eher reichlich?!)
- Rauchen und Passiv-Rauchen
- Schlafmangel
- Stress und Angst
- Unangenehme und starke Gerüche
Seekrankheit-Entstehung hemmend:
- Vitamin C (2g pro Tag) als Kautabletten (in bis zu 8 Einzeldosen pro Tag)
- Obst (z.B. Mango, Kiwi, aber keine Erdbeeren), frischgepreßter Orangensaft
- Viel Schlaf (hierbei sinkt der Histaminspiegel auf null)
- Frische Luft
Medikamente: Siehe meine Medikamentenliste
Es scheint einen Zusammenhang zwischen Histamin im Körper und Anfälligkeit für eine Seekrankheit zu geben. Vitamin C wird benötigt um Histamin abzubauen. Unser Tagesbedarf liegt bei ca. 0,5g/Tag (Nichtrauchern sollten ca. 100mg/Tag, Raucher ca. 150 mg/ Tag mit dem Essen aufnehmen). Die Verteilung im Körper ist unregelmäßig, insbesondere im Magensaft finden wir 6 bis 7mal höhere Spiegel, im Speichel 3x höhere Spiegel als im Blut. Wenn einen also die Seekrankheit erwischt, dann gibt man gleichzeitig relevante Mengen an Vitamin C von sich. Die Aufnahme sollte in mehreren Einzeldosen erfolgen, da dann nachgewiesener Maßen mehr Vitamin C in den Körper aufgenommen wird.
Wenn es zu spät ist:
- suchen sie im Schiff diejenige Stelle, welche sich am wenigsten bewegt, sprich den „Schwerpunkt“
- Am Schiff so tief im Schiff wie möglich, solange Sie die Gerüche an Bord dort nicht stören (Also wahrscheinlich immer ein Kompromiss, leider!)
- Im Flugzeug Sitzplatz über den Tragflächen (Flügeln)
- Versuchen Sie sich hinzulegen und „einzukeilen“. Verhindern Sie dadurch, daß Sie durch die Schiffsbewegungen zusätzlich hin- und hergerüttelt werden.
- Versuchen Sie zu dösen oder zu schlafen.
- Wenn Sie nicht schlafen Blick auf den Horizont, dabei sollten Sie nicht auf weitere schwankende Gegenstände (z.B. Hängelampe) sehen müssen.
Wem Übel ist, der gehört nicht ins Wasser und schon gar nicht unter Wasser, sorry! (Das Erbrechen durch das Mundstück wurde bereits erfunden, getestet und funktioniert.) Bitte danach das Mundstück kurz im Wasser ausspülen, da sich die „Speisereste“ sonst verfangen können und die Funktionsweise beeinträchtigen können. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit unter Beachtung der Deko bez. des Sicherheitsstopps aufzutauchen. Sollte dies aufgrund eines Drift-Tauchgangs nicht möglich sein, hoffe ich auf eine gute Selbstbeherrschung Ihrerseits.
Berichte und Photos zu diesem Thema von Ihnen sind mir immer willkommen. Gut Luft.
Literatur:
durchforstete Artikel in Pubmed mit Stichworten wie: motion sickness, sea sickness,...
Acta Astronaut 1983, Kohl RL, Lacey CL, Homick JL: An appraisal of teh value of Vitamin B12 in the prevention of motion sickness.
Aviat Space Enironment Medicine 1995 Jun; 66(6):537-41, Lindseth G, Lindseth PD, The relationship of diet to airsickness.
http://www.zeit.de/2008/50/M-Seekrankheit
Info’s um Vitamin C vom Apotherkverlag in Österreich
Bildquellen: commons Wikipedia

