Bei der Bronchoskopie, also der Untersuchung der Luftröhre,
der Hauptbronchien und der weiteren Verzweigungen in Lunge
hinein, werden nacheinander alle genannten Abschnitte mit
dem Endoskop von innen betrachtet. Das Endoskop besteht aus
einem ca. 7mm dicken in alle Richtungen steuerbaren
Schlauch an dessen Spitze eine Kamera sitzt, dessen Bilder
an einem Monitor angezeigt werden.
Von charakteristischen Stellen werden Photos bez. Videos
zur Dokumentation gemacht und elektronisch gespeichert.
Zu Ihrer Orientierung finden Sie die Fachbegriffe und
teilweise Erklärungen in Klammer, vielleicht findet sich
der eine oder andere Fachbegriff auf einem Ihrer
medizinischen Befunde.
Gründe für eine
diagnostische
Lungenspiegelung können sein:
- Husten, welcher länger als 3 Wochen dauert ("unklarer
Husten", klinisch nicht erklärbar und therapieresistent)
- Sie haben einen Raucherhusten und dieser verändert sich
langsam oder auch von heute auf morgen.
- Nächtliches Aufwachen mit Hustenattacken
- Atemprobleme (Dyspnoe, Stridor, Stenosegeräusche)
entweder beim Einatmen, Ausatmen oder Beidem.
- Ihr Arzt stellt beim Abklopfen des Brustkorbes
(Auskultation) eine einseitige Veränderung fest
(pathologischer Auskultationsbefund) und das Lungen-Röntgen
gibt keine weitere Hilfestellung zur Ursachenfindung
- Verdacht auf Tuberkulose ohne entsprechendem Befund im
Lungen-Röntgen
- Auffälligkeiten in einem Lungen-Röntgen,
Computer-Tomogramm (CT) der Lunge, Oberbauch, wie z.B.:
* Nicht belüftete Lungenanteile (Atelektase)
* Verdacht auf eine Lungengewebserkrankung
(Parenchymerkrankung, Infiltrate, fibrosierende Alveolitis,
Sarkoidose, Pneumokoniose, Lymphangiosis carcinomatosa
unklarer Ursache)
* Lungenentzündungen, welche sich nicht zurückbilden wollen
(Verdacht auf Bronchialkarzinom oder Fremdkörper)
* Verbreiterungen des Lungenstiels (hiläre Adenopathie)
* Flüssigkeit rund um die Lunge aus ungeklärter Ursache
(Pleuraerguß unklarer Genese)
- Bei oder nach einer eventuell wiederkehrenden
Lungeentzündung
* Nach dem 1. oder 2. erfolglosen Therapieversuch mit
Antibiotika
* Verdacht auf Lungenentzündung durch Sekretstau
(Poststenotische Pneumonie)
* Wiederkehrende Lungenentzündungen im selben Gebiet
* Lungenentzündungen bei immunsupprimierten Patienten (z.b.
nach Organtransplantationen und Einnahme entsprechender
Medikamente)
- Gewinnung von Spüllösung (BAL, Bronchiallavage,
Keimgewinnung) zur Untersuchung auf Bakterien, Viren oder
Pilze sowie deren Behandlungsmöglichkeiten (Antibiogram,
Antimykogram)
- Bluthusten (Hämatopnoe, Hämoptysis)
- Gewebeentnahme zur histologischen Untersuchung
(Histologie)
- Kontrolle nach operativen Eingriffen (Lobektomie,
Pneumonektomie, Thoraxchirurgie) in diesem Bereich
(onkologisches Follow-Up)
- Tumore im Brustraum, aber außerhalb der Lunge
(Mediastinal-Tumore, Oesophagus-Tumore, Verdacht auf
oesophagotracheale Fistel)
- In speziellen Fällen von allergischen Lungenerkrankungen
- Nach Unfällen mit Beteiligung des Brustkorbes
- ...
Gründe für eine
therapeutische
Lungenspiegelung können sein:
- Aufdehnen von Engstellen (Bougierung)
- Abtragung von Fremdgewebe (Tumorgewebe), welches
einengend wirkt. (Laser / Kauterschlingen-Desobliteration)
- Eingeatmete Fremdkörper und Entfernung, z. B. beim
Zahnarzt
- Einsetzen einer Schienung um die Luftwege offen zu halten
(Stenting, Stentlegung)
- Blutstillung
- Entfernung von Sekretansammlungen in den Lungen z.B. bei
Aussackungen der Luftwege (Bronchiektasen), genetischer
Erkrankung (Mukoviszidose) oder Einschmelzung von
Lungegewebe (Lungenabszeß)
* auch bei neurologischen Patienten mit gestörtem
Hustenreflex, Wachkomapatienten
- Freispülen verstopfter Lungenabschnitte (therapeutische
Lavage) mittels steriler physiologischer Kochsalzlösung
- Selektive Zerstörung von Tumorgewebe mittels Laser
(Photodynamische Therapie)
- Nach fälschlichem Einatmen von Flüssigkeiten, Speisebrei
(Aspiration)
- Entfernen von Tumoren mittels ausfrieren (Kryotherapie)
- Lokale Strahlentherapie (Ir192 Brachytherapie) bei
bronchoskopisch einsehbaren und einengenden Tumoren
- ...
Ablauf:
wir nehmen generell die Untersuchung in Sedierung vor, d.
h. Sie verschlafen den Eingriff. Dazu legen Sie sich auf
eine Untersuchungsliege, bekommen einen Zugang in eine Vene
gelegt, damit wir die Medikamente, welche Sie schlafen
lassen, und die Schleimproduktion unterdrückt spritzen
können. Ihre Atmung und Herz-Kreislauf mit Herzfrequenz und
Blutdruck werden überwacht (monitorisiert).
Sobald sie schlafen, beginnen wir zu arbeiten. Dabei nehmen
wir uns soviel Zeit wie notwendig ist um das bestmögliche
Untersuchungsergebnis zu erreichen.
Im Anschluß an die Untersuchung können Sie sich noch
ausschlafen und werden dabei von uns weiter überwacht und
betreut. Wie schnell sie wieder von Ihrer Begleitung nach
Hause gebracht werden können, ist individuell und durch die
Art des Eingriffes inklusive der Eingriffsdauer sehr
unterschiedlich und kann zwischen 1- 6 Stunden liegen. Ein
(verstärkter) Hustenreiz nach der Untersuchung, kann für
ein paar Stunden bei manchen Patienten auftreten und ist
harmlos.
Tip: Ziehen Sie zur Untersuchung nicht ihr
bestes Gewand an, auch wenn alle Vorkehrungen unsererseits
getroffen werden, so kann doch einmal ein Schleim- oder
kleiner Blutstropfen auf das Gewand gelangen.