Liebe Patienten!
Das Internet ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Auch für Patienten und/ oder Angehörige hat das Internet ein Füllhorn an Informationen. Aber nicht nur die Fülle an Informationen sondern auch die Vermischung von Werbung mit Information kann Sie verwirren. Manchmal ist die Information auch wahr, aber in der Betrachtungsweise gefärbt. Wir möchten Ihnen hier ein paar Tipps geben, wie vielleicht sich besser über Erkrankungen und Behandlungsmethoden informieren können. Wir nennen Sie unsere „RsLfmMiI“ (weiter unten dazu mehr.).
RsLfmMiI
- Als Startpunkt um sich Basisinformation über einer Erkrankung, Behandlungsmethode, etc. zu holen eignet sich Wikipedia (www.wikipedia.org) sehr gut. Die Artikel sind in der Regel leicht verständlich und vielfach redigiert. Natürlich ist auch Wikipedia nicht fehlerfrei, aber die Information ist zu weiten Teilen gerade für Laien sehr gut geeignet. Oft gibt es am Ende eines Artikels Links und Quellenangaben.
- Wichtig sind dabei Links zu Fachgesellschaften. Sie können davon ausgehen, daß die Informationen hier auf medizinisch wissenschafltichen Grundlagen basieren. Dabei gilt lediglich zu bedenken, daß es viele Erkrankungen gibt, welche von mehreren medizinischen Disziplinen behandelt und betreut werden. Oft ist dieses interdisziplinäre Zusammenspiel für den Patienten sehr wichtig.
-
- Beispiel: Ein Krebspatient braucht die langjährige Betreuung durch begleitenden Arzt dies kann ein „Onkologe“, sein aber auch ein „Chirurg“, ein Pulmologe, und weitere Spezialisten. Die Sichtweisen auf eine Erkrankung ist je nach Fachdisziplin unterschiedlich.
-
- Je besser Sie über die unterschiedlichen Sichtweisen informiert sind, desto besser können Sie entscheiden, welchen Weg Sie gemeinsam mit den Ärzten gehen wollen. Vielfach sind mehrere Wege möglich, so wie Sie einen Berg auch von verschiedenen Seiten erklimmen können. (Man nennt dies übrigens „medizinische Behandlungspfade“).
- Öffentliche Forschungsinstitute und Universitäten: Forscher wollen informieren, Universitäten versuchen die Medizin weiterzubringen (sowie auch Firmen und viele am Gesundheitssystem beteiligte). Ein Besuch z.B. des deutschen Krebsforschungszentrums (www.krebsinformationsdienst.de), der Homepage Ihrer nächsten medizinischen Universität kann sie wieder ein Stück weiterbringen.
- Auch Vereine mit Öffentlichkeitsarbeit wie z.b. „Die Krebshilfe“ (www.krebshilfe.at) oder Selbsthilfegruppen können Sie weiterbringen.
- Sie plagt ein „Symptom“ = etwas, daß Sie spüren und Ausdruck einer Erkrankung sein kann.
-
- Ein Beispiel, von heute auf morgen schwitzen Sie bei geringster Belastung sehr stark, Sie fühlen sich schwach und müde, haben aber kein Fieber. In diesem Fall sind „schwitzen, Schwäche, Müdigkeit, kein Fieber“ die Symptome.
-
- Gehen Sie hiermit bewaffnet nun auf ein Gesundheitsportal, wie z.b. „Netdoktor.at“ und Sie werden weitere Hinweise bekommen, was sich dahinter verstecken könnte. In dem genannten Beispiel wäre eine Sonderform einer Lungenentzündung, aber auch ein bösartige Erkrankung denkbar. Diese beiden Möglichkeiten sind doch radikal unterschiedlich in der Behandlung und in der Konsequenz für ihr weiteres Leben, daher ersetzt internetbasierte Vorinformation nie einen Arztbesuch. Besonders wichtig: Lassen Sie sich vom im Internet gelesenen nicht Angst machen, sondern reden wir darüber.
- Sie wissen schon sehr genau über Ihre Symptome oder Erkrankung Bescheid? Dann ist es Zeit, die Internetseitenabschnitte, die Sie am meisten interessierten, oder von denen Sie denken, daß Sie wichtig sind auszudrucken und einen Arztbesuch auszumachen. Die Information aus dem Internet gehört hinterfragt, kommentiert und vielleicht auch in der Erklärung ergänzt. Sie schrecken einen Arzt damit nicht, selbst wenn Sie tatsächlich etwas Neues zum Arztbesuch bringen. Auch Ärzte können nicht alles wissen, Ärzte können aber ihr Wissen und das eigene ergänzen, updaten und hinterfragen. Dazu braucht es manchmal einen Anstoß und dieser Anstoß können auch Sie sein. Bitte seien Sie in diesem Fall aber so fair, dem Kollegen Zeit für eine zweite Konsultation zu geben oder akzeptieren sie eine Überweisung an einen Spezialisten. Dieser Arztbesuch war dann nicht verlorene Zeit für Sie sondern ein Wegweiser.
- Wie Sie gute Seiten erkennen: Der Text ist verständlich geschrieben und Abkürzungen werden vermieden oder erklärt, womit wir bei „RsLfmMiI“ wären. Es war eine zufällig gewählte Abkürzung des Satzes „Renner’s Liste für mündige Menschen im Internet“. Sie werden die Abkürzung international nirgends finden, Sie werden Sie auch auf dieser Homepage nie mehr finden, aber sie hat Sie bis hierher gebracht - damit hat „RLfmMiI“ seine Zweck erfüllt. Manchmal werden Ihnen also im Internet Dinge präsentiert, die nicht immer Ihren medizinischen Hintergrund haben - Augen auf und...
Ich wünschen Ihnen Alles Gute, viel Erfolg bei Ihrer Recherche und hoffe, daß sie nicht eine medizinische Tragik ins Internet treibt. (Wenn doch - reden wir darüber!)
Tipps während der Recherche:
- Immer wenn Sie eine interessante Seite gefunden haben, speichern Sie diesen Link im Web-Browser. Sie finden diese Information unter Umständen später nicht mehr.
- Portionieren Sie Ihre Suche thematisch und zeitlich. Im Laufe der Stunden werden Sie müde, insbesondere da oft dieselbe Information wiederholt angezeigt wird.
- Je nachdem welche Suchmaschine Sie verwenden werden Sie unterschiedliche Ergebnisse bekommen, also mehrere ausprobieren.
- Die Suchergebnislisten der Suchmaschinen folgen komplizierten Regeln. Nachdem Sie sich durch die ersten 10 Seiten an Ergebnissen gescannt haben, machen sie einmal wahllose Versuche mit weit hinten liegenden Ergebnislisten. Es kann die berühmte Nadel im Heuhaufen sein!